Nach der Erleuchtung
Das Leben nach dieser bedeutsamen Erfahrung wird niemals mehr das alte sein, zu tiefgreifend sind die inneren Einsichten.
Doch so beglückend und ekstatisch alles auch sein mag, so ist in den meisten Fällen eine einfühlsame und erfahrene Hilfe in Form einer spirituellen Begleitung sinnvoll, um dieses größte aller Geschenke in den Alltag zu integrieren.
Erleuchtung ist kein Zuckerschlecken
Ein Priester sagte mir einmal, dass der spirituelle Pfad das Leben nicht einfacher, dafür aber umso reicher mache. Heute weiß ich, wie recht er damit hatte. Was ich bis heute allerdings nicht weiß, ist, warum mir dieses unfassbare Geschenk, um das es hier geht, zuteil wurde. Es wird dabei viel von Gnade gesprochen, denn im Grunde führt kein Pfad dorthin und es geschieht einfach.
Doch wenn es geschieht, so löst sich alles auf, was bis dorthin war. Die Erfahrung des gänzlich in den Hintergrund tretenden menschlichen Ich, das Aufgehen im göttlichen Sein ist unfassbar und lässt keinen Stein mehr auf dem anderen. Sie wandeln im Paradies. Für alle, welche dies erfahren dürfen, führt der Weg jedoch irgendwann wieder zurück. Auch wenn Sie Monate oder gar Jahre im Zustand seligster Verzückung und innerer Einsichten leben durften, er führt uns immer wieder ins normale Leben und das ist gut so. Danach geht es darum, all die durcheinander gewürfelten Steinchen, groß und klein, vom scheinbar hässlichsten bis zum Edelstein, noch einmal anzuschauen, ans Licht zu halten und zu erkennen, was noch unserer Hinwendung bedarf.
Wo früher eine gewaltige Pforte stand, befindet sich danach nur noch ein zarter Vorhang, durch welchen ein größeres Licht scheint. Dieses Licht lässt Sie Ihr Menschsein sehr, sehr deutlich erkennen. Sie sehen die Welt einerseits mit größerer Liebe, manchmal jedoch auch mit größerer Verzweiflung.
Es geht nicht in erster Linie darum, den Weg zurück ins Paradies zu finden, sondern in Dankbarkeit zu weilen und sagen zu können:
„Ja, ich war dort und ich durfte schon leben, was wir alle sind. Eines Tages werden wir alle die Augen öffnen und sie nie wieder verschließen“.
Bis dahin ist es aber wohl noch ein Stück. Wenn man im Moment die Welt anschaut, mag es nicht immer einfach sein, daran zu glauben, wenn man es nicht selbst erfahren hat und in sich trägt.
Doch es wird so sein, das verspreche ich Ihnen.